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LAZISE

Der seit dem 10. Jahrhundert belegte Name Laceses kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet ein an einem See gelegenes Gebiet oder eine Ortschaft.

Erste Anzeichen einer Besiedlung gehen auf vorgeschichtliche Zeiten zurück; damals standen vor dem heutigen Ort Pfahlbauten (Taoli, Bagatta, Bor di Pacengo), deren Grundriß auch heute noch durch aus der Tiefe des Sees ragende Pfahlstümpfe nachvollziehbar ist.

Gefunden wurden auch aus Kieselstein gefertigte Pfeilspitzen, Schaber, kleine Sicheln, Spinnwirteln, Tonscherben, Wurfspieße, Messer, Fibeln, Spangen, Mühlsteine und ein noch völlig intaktes Kornbrot, das heute im Naturwissenschaftlichen Museum in Verona zu besichtigen ist.

Aus der römischen Zeit stammen tönerne Öllampen, Münzen, die unter verschiedenen Kaisern geprägt wurden, Steingräber, Bruchstücke einer Gedenktafel, die in  eine Ecke der Dogana Veneta eingelassen wurde und eine Votivtafel, die sich heute im Eingang des Rathauses befindet.
862 wird Otto I zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gekrönt.

Um mit seinem Heer Italien zu erreichen, zieht der Tross das Etschtal entlang und gelangt von Rivoli aus an die Ufer des Sees, wo er sein Lager auf den Wiesen der San Daniele Kirche aufschlägt, deren Fundament kürzlich östlich des Hafens von Pacengo gefunden wurde.

Im Mai 983 verweilt Otto II in Verona, um den Vorstand des Reichstages zu übernehmen, auf dem die Eroberung Süditaliens beschlossen wurde.

Bei dieser Gelegenheit erhalten auch achtzehn führende Vertreter Lazises eine Urkunde, die ihnen erhebliche Privilegien einräumt, wie auch das Recht von den aus der Lombardei kommenden Kaufleuten , die im Hafen von Lazise mit ihren Schiffen anlegen, eine Steuer zu verlangen.

Weiterhin werden ihnen folgende Rechte zugestanden: vor Lazise auf Fischfang zu gehen, Abgaben auf Transitgüter zu verlangen und die auf dem Markt feilgebotenen Waren mit Steuern zu belegen.

Darüber hinaus wurde ihnen die Genehmigung erteilt die mit Zinnen gekrönte Stadtmauer zu erhöhen und die bereits bestehende Burg zu befestigen, da sie gegen die häufigen Invasionen keinen ausreichenden Schutz bot.

Unter Heinrich IV (1077) erhält die Gemeinde das freie Fischerei- und Schifffahrtsrecht für den ganzen See.

Weiterhin wird ihr auch der Ligana-Wald zugesprochen, der sich von Garda bis weit hinter Sirmione an den Ufern erstreckte. Unter Heinrich VI endet die deutsche Oberherrschaft über den See (1193) und die Rocca di Garda  wird mit allen Rechten für 700 Silbermark an die Gemeinde Verona abgetreten.

Damit kommen das gesamte zu Garda gehörende Gebiet und Lazise unter die Herrschaft der Skaliger, die die Burg und das Hafenbecken erbauen.

Im Laufe der Jahrzehnte finden zahlreiche Kriege statt (Liga di Cambrai, Streitigkeiten zwischen Karl V von Spanien und Franz I von Frankreich, spanischer Erbfolgekrieg etc.), die auch in Lazise spürbar sind.

Es kommt zu Verwüstungen, Belagerungen, Bombenangriffen, aber Lazise ist stets auf Seiten der Republik Venedig, die dies entsprechend zu würdigen weiß.

Ab 1439 gehört Lazise offiziell zur Republik Venedig.

Danach gehört Lazise zur Zisalpinen Republik, dann zum Italienischen Reich und gelangt anschließend, nach dem Wiener Kongress (1815), zusammen mit der Lombardei und dem Veneto unter österreichische Herrschaft. Erst nach dem dritten Unabhängigkeitskrieg (1866) fällt die Gemeinde erneut Italien zu.